Standardisierte Diagnostik der Kinder- und Jugendpsychiatrie bei frühkindlichen Gewalterfahrung

Nahezu jedes dritte Kind ist frühkindlicher Gewalterfahrung ausgesetzt. Viele von diesen Kindern werden nicht diagnostiziert. Untersuchungen in England geben Hinweise darauf, dass 8 von 9 Kindern nicht erfasst werden. Das heißt umgekehrt, dass nur eines von neun Kindern identifiziert wird und entsprechende Maßnahmen erfolgen können.

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Standardisierte Diagnostik bei frühkindlichen Gewalterfahrung

Das Ziel dieser Studie ist die Identifizierung der Patienten mit frühkindlicher Gewalterfahrung zu verbessern. Dazu soll eine standardisierte Diagnostik erfolgen. Die körperliche, emotionale und sexuelle Gewalterfahrung sowie die Vernachlässigung erfolgt durch das MCS (Maltreatment Classification System; Barnett et al., 1993). Zusätzlich ist vorgesehen, mit den Bezugspersonen ein Interview (Maternal Maltreatment Classification Interview, MMCI; Cichetti et al., 2003) durchzuführen oder den Bezugspersonen einen Fragebogen auszuhändigen  (Conflict Tactic Scales, Straus, Hamby, Boney-McCoy, & Sugarman, 1996). Auch Kinder werden ab dem Grundschulalter selbst befragt (KERF, Isele et al., 2014). Da diese Kinder Hochrisikokinder für psychische Störungen sind, führen wir zusätzlich ein Screening für psychische Symptome durch (CBCL, YSR).

Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte untersuchen wir zum einen den Zusammenhang zwischen Misshandlungsform- und schwere auf die Psychopathologie, die Übereinstimmung der Angaben der Kinder und ihrer Bezugspersonen mit dem Expertenurteil und inwieweit eine standardisierte Diagnostik die Anzahl der unklaren Fälle reduzieren kann. Zudem werden die betroffenen Familien gefragt, wie sie diese Vorgehensweise beurteilen. 

Weitere Mitarbeiter

Franziska Hofmann
Claudia Venske