Behandlung von Essstörungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Hier finden Sie Informationen zum Behandlungsschwerpunkt Essstörungen mit Details zur Essstörungssprechstunde, angebunden am Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) sowie der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. 

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Behandlungsschwerpunkt Essstörungen

Essstörungen sind verbreitete psychische Erkrankungen, die schwerwiegende psychische, soziale und körperliche Beeinträchtigungen mit sich bringen. In einem ausführlichen ersten Gespräch klären wir zunächst, um welche Art der Essstörung es sich handelt.

Wir unterscheiden verschiedenen Arten einer Essstörung:

  • Anorexia nervosa (Magersucht)
  • Bulimia nervosa (Brechsucht)
  • Binge Eating Störung (Esssucht)

Neben diesen bekannteren Formen einer Essstörung gibt es auch problematisches Essverhalten, das nicht eindeutig einer der oben genannten Diagnosen zuzuordnen ist, z.B. weil es sich um eine Mischform handelt. Man spricht dann von einer untypischen Form oder einer sonstigen Essstörung. 

     

Allgemeine Informationen über unsere Essstörungssprechstunde

In der Essstörungssprechstunde findet zunächst ein ausführlicher Ersttermin statt. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, in einem gemeinsamen Gespräch mit Jugendlichen und Eltern über das Problem und seine Lösung zu beraten. Orientiert an den jeweiligen Anliegen und Zielen geben wir konkrete Informationen über die Erkrankung und besprechen verschiedene Therapiemöglichkeiten. Ziel ist es dabei, vorhandene Fragen zu klären und Jugendlichen den Weg in eine geeignete Therapie zu erleichtern. Wenn es nützlich ist, können wir auch Folgetermine anbieten, bis der richtige Weg gefunden ist.

Je nach Motivationslage, aktueller Lebenssituation und körperlicher wie psychischer Verfassung der Jugendlichen kann die Therapie ambulant oder teilstationär/stationär erfolgen.

Im Fall einer ambulanten Behandlung unterstützen wir die Jugendlichen darin, einen Therapieplatz zu bekommen und einen sichernden Rahmen für die Psychotherapie aufzubauen. Häufig gehören dazu auch Absprachen mit behandelnden Hausärzten/-innen, insbesondere in Bezug auf regelmäßiges Wiegen, körperliche Untersuchungen und Blutkontrollen. Daneben bedarf es häufig einer Reihe von Maßnahmen, die in unserer Ambulanz abgedeckt werden können, z.B. in regelmäßigen Abständen aktuelles Essverhalten und psychische Verfassung einzuschätzen, eine mögliche psychische Zweitproblematik zu erkennen, verschiedene Therapiebausteine aufeinander abzustimmen, den Therapieprozess bei Bedarf durch Familiengespräche zu begleiten, die schulische/berufliche Perspektive und die soziale Integration zu unterstützen. In Krisensituationen und zur Absicherung kritischer Übergänge können wir stabilisierende Gespräche anbieten.


Ambulantes Behandlungsprogramm mit Einzel- und Gruppenpsychotherapie

Ergänzend zur Betreuung in der Sprechstunde bieten wir für essgestörte Jugendliche zusätzliche ambulante Angebote an. Das Programm kombiniert Einzeltherapie mit Gruppentherapie. Die beiden Therapieformen werden je einmal wöchentlich angeboten, so dass die Jugendlichen 2 Termine pro Woche erhalten. Inhaltlich sind Einzel- und Gruppentherapie eng aufeinander bezogen. Die Eltern oder auch andere Bezugspersonen werden in regelmäßigen Abständen (jeder 5. Termin) in die Therapie eingeladen. Insgesamt umfasst die Therapie 25 Behandlungswochen.

Ziele der Therapie sind:

  • die Jugendlichen ermutigen und in ihrer Motivation stärken, die Essstörung zu bekämpfen,
  • die Eltern darin unterstützen, den Prozess produktiv zu begleiten,
  • Essverhalten und Gewicht normalisieren,
  • die Körperwahrnehmung und die Akzeptanz des eigenen Körpers verbessern,
  • andere Probleme lösen, die mit der Essstörung verbunden sind (z.B. Selbstwertgefühl verbessern, Beziehungen aufbauen und pflegen, mit Konflikten besser umgehen),
  • sich altersgerecht weiter entwickeln (z.B. in Schule und Beruf, Selbständigkeit entwickeln).

Als therapeutische Verfahren bieten wir kognitive Verhaltenstherapie und Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) an.